Harbin – Teil 1

Es gibt sie doch! Die positiven Nachrichten aus China!

Wie jetzt? In den Nachrichten (Tagesschau, Heute und Co.!) gab es einen positiven Bericht über China? Keine „Bad News“? Wie etwa „Smog in Peking“ oder „Streit um das südchinesische Meer“? Sollte es tatsächlich bewegte Bilder im TV und aussagekräftige Fotos im Netz über eine chinesische Stadt nahe der russischen Grenze geben, die nicht negativ geprägt sind?
Die Eingabe der Worte „Harbin Ice“ führen bei Google zu einer  gigantischen Trefferliste. Man erhält News, Bilder und Videos einer Stadt aus Eis! Das und die Berichterstattung von Bekannten, die ein Wochenende in Harbin verbrachten, machte uns neugierig.

1242 km nordöstlich…

…bzw. 4 Flugstunden von Peking entfernt, liegt die Stadt Harbin, die mit ca. 4 Mio Einwohnern für chinesische Verhältnisse eher als Kleinstadt bezeichnet werden muss. Beim Blick in den Wikipediaartikel  stolpert man vor allem über die Klimatabelle. Für Januar werden hier durchschnittliche Max.-Temperaturen von -13 Grad und durchschnittliche Min.-Temperaturen von -25 Grad gelistet! Jawohl, richtig gelesen, m i n u s  25 Grad!
Was liegt also näher, als bei solchen Temperaturen ein Eisfestival aus dem Boden zu stampfen. Seit 1984 macht man sich hier Gedanken, was man aus Eis bauen kann. Rutschen, Hochhäuser, Treppenaufgänge, beleuchtete Skulpturen….einfach alles, was man sich vorstellen kann. Neben den Eisbauten besticht die eigentliche (Alt-) Stadt durch ihre russische Prägung aus dem vorherigen Jahrhundert. Gebäude, Essen und Menschen zeigen deutlich sichtbare russische Einflüsse.

Impressionen

Und sonst?

Sonst war eigentlich alles so, wie man es aus China kennt. Nur ein bisschen anders! Das waren zum Beispiel die vielen kleinen Fressstände, die man in China überall findet und schnell lieben lernt. In Harbin war alles, was kurze Zeit später auf dem Grill landet, tiefgefroren. Eigentlich logisch bei diesen Temperaturen, aber doch irgendwie gewöhnungsbedürftig, wenn alles Essbare einfach so tiefgefroren in der Gegend rumliegt. Auch die in Peking sehr beliebten, mit einem Zuckerguss überzogenen Früchte (Erdbeeren, Äpfel,…) waren, wie sollte es auch anders sein, tiefgefroren.  Fruchteis am Stiel! Die Outdoortiefkühltruhe hat natürlich auch Vorteile. So wurde (echtes) Eis am Stil nicht in den üblichen Langnese-Tiefkühlboxen gelagert bzw. verkauft, sondern man konnte es überall in einer offenen Auslage finden. So wie bei uns Gummibärchen und Co.!
Ein weiterer Hingucker waren die vielen muskelbetriebenen Fortbewegungsmittel für die Eisflächen. Aus Peking kommend kennt man schon das ein oder andere ungewöhnliche Gefärt, wie Stühle mit Kufen oder Minifahrräder mit einem Rad und Kufen. In Harbin aber waren andere Kreativkräfte am Werk. Die Bilder (s.o.) sprechen hier mehr als Worte. Aus meiner Sicht war der Viererkajak mit Kufen, Trommel und Steuermann der klare Sieger im „Hab ich ja noch nie gesehen„-Wettbewerb.

Fazit:
Der Trip hat sich gelohnt. Zwei Tage sind, auch aufgrund der Kälte, ausreichend, um die wesentlichen Attraktionen anzuschauen!


Upadte [30.03.17]

Gerade habe ich im Netz ein Video gefunden, dass die Faszination von Harbin bzw. der dortigen Eisstadt prima in Szene setzt. Red Bull machts möglich!
Freerunning + Eis + Nacht = Freezerunning!
Klirrende Kälte & coole Moves: Jason Paul’s Night-Run bringt nicht nur die Chinesen zum Strahlen.

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One Reply to “Harbin – Teil 1”

  1. […] das Eisfestival in Harbin hatte ich mich bereits mit viel Begeisterung in einem Blogbeitrag vom 20.02.2017 ausgelassen. In der Vorbereitung auf Harbin und der Planung unserer kostbaren 2 Tage wurden wir […]

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