Rent a bike…

…ist hier absolut in Mode! War vor ca. einem halben Jahr der Markt mit Leihrädern ausschließlich über die städtischen Verkehrsbetriebe organisiert und aufgrund der komplizierten Anmeldung und Kautionsregeln nicht sonderlich praktisch, so bestimmt seit ein paar Monaten ein ganz anderes Bild Pekings Straßen.

Fahrräder sind praktisch in Peking. Sie bringen einen in einer Stadt in der es so gut wie nie regnet, rellativ schnell über kurze Entfernungen von A nach B. In den meisten Fällen ist man dabei wesentlich schneller (!) als jedes Auto, denn die Straßen sind zu jeder und Tageszeit verstopft! Dass man zudem die Fahrradwege, die Peking komplett durchziehen, mit rücksichtslosen Autofahrern, spuckenden Rollerfahrern und stur geradeausgehenden Fußgängerhorden teilen muss, habe ich bereits in mehreren Blogbeiträgen beschrieben.

Aber zurück zum eigentlichen Blogthema, den Leihfahrrädern…
Seit ca. 6 Monaten nehme ich ein anderes Straßenbild wahr. Es ist geprägt von Fahrrädern in den Farben gelb, orange und seit ein paar Tagen auch in blau. Dass es sich bei den Bikes nicht um sozialistische Einheitsräder handelt, ist in einer nach Individualismus strebenden Stadt wie Peking anzunehmen. Die Räder entstammen privaten Leihbikesystemen. Das wohl bekannteste Unternehmen ist Mobike. Die in orange und silber lackierten Fahrräder beherrschen die Fahrrad- und Fußgängerwege. Jeder, wirklich jeder fährt mit so einem Hobel durch die Gegend. Warum das so ist, liegt auf der Hand. Das Entleihen (und Abstellen) der Räder ist denkbar einfach. Mit einer App lokalisiert man ein Rad, scannt den auf dem Fahhrad befindlichen QR-Code ein und schon kann man sich aufs Rad schwingen. Noch einfacher ist das Abgeben des Rades. Absteigen, nochmals QR Code einscannen und schon wird abgebucht und das Rad automatisch verschlossen. Einfacher gehts nicht! Nachteil dieser Ausleihphilosophie ist, dass die Räder überall abgestellt werden können. Auf der Straße, auf dem Bürgersteig, in Blumenbeeten, auf dem Sportplatz. Einfach da, wo man gerade ist.
Dennoch, das Model boomt und wird über kurz oder lang auch in Europa Einzug halten. Da bin ich mir sicher!

Hier nochmals alle aktuellen Pekinger Fahrradverleiher (Stand: 03/2017):
– Mobike (global)
– Mobike (China)
– ofo Bike
– Artikel zu bluegogo-Bikesharing

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8 Antworten

  1. Tobias sagt:

    Super Idee! Erst in der Masse wird es dann aber wohl funktionieren…

  2. Uli Boge sagt:

    Und was ist die Leihgebühr?

  3. Sven Hänke sagt:

    Schöner Blog! Und das Thema liegt ja wirklich auf der Straße. Ich habe vor Kurzem bei John Pasden diese gute Erklärung der unterschiedlichen Modelle gefunden: http://www.sinosplice.com/life/archives/2017/02/22/ofo-rental-bikes-are-getting-owned Das war mir vorher nicht klar, wie das im Einzelnen funktionert. Meine eigenen Notizen zu den bikes: http://netzchinesisch.de/%e5%85%b1%e4%ba%ab%e5%8d%95%e8%bd%a6-mietfahrraeder 😉 LG

    • Lothar Palm Lothar Palm sagt:

      Danke für die Rückmeldung!
      Ich bin tatsächlich einfach nur von der Schnelligkeit der Einführung und der Masse der Bikes “geflasht”. In Deutschland wird ein Arbeitskreis einberufen, um theoretisch pro und contra zu diskutieren bevor man auch nur ein Bike auf der Straße sieht. Hier wird “gemacht”. Das ist nicht immer DIE Lösung, manchmal aber der richtige Schritt, um voran zu kommen!

  1. 30. März 2017

    […] war mein Blogbeitrag zum Bikeboom der letzten Monate in Peking, Sven Hänke hat sich dazu seine eigenen Gedanken gemacht, ebenfalls […]

  2. 23. August 2017

    […] Auch ich berichtete damals über die Invasion von Millionen gelben und orangen Drahteseln (http://blog.lotharpalm.de/rent-a-bike/). Twiter, WeCchat und selbst klassische (sprich: analoge) Printmedien überschlugen sich mit […]

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