Triathlon durch 3

Sportliche Mitmach-Ereignisse sind in Peking rar gesät. Insbesondere dann, wenn man als Ausländer daran teilnehmen möchte  und  es sich noch dazu um eine Outdoor-Sportart handelt. Smog, fehlende Sportanlagen und zu wenige Chinesen, die anscheinend an solchen Wettkämpfen teilnehmen wollen, scheint ein Grund für die fehlenden Wettbewerbe zu sein.
Aber es gibt sie, die Ausnahmen. So z.B. den International Beijing Triathlon, an dem wir mit DSP-Lehrermannschaften seit Jahren teilnehmen. Nein, nicht im Einzel, sondern mit den Kollegen in einer Staffel. Ein Event vor den Toren Pekings, der einen dazu anhält, (Trainings-) Ziele zu stecken.

Der Wettkampf

Ich fahre jedes Jahr auf dem Rad mit und Claudia schwimmt. Waren es zu Beginn im Jahr 2014 noch zwei Staffeln, so sind es mittlerweile 7 Staffeln im Jahr 2018, die die DSP bei diesem internationalen sportlichen Großereignis vertreten. Claudia hat es sogar in diesen Jahr neben der Staffel geschafft, einen kleinen Triathlon (750m Schwimmen, 20km Radfahren und 5km Laufen) zu absolvieren. Und das mit Erfolg! In ihrer Altersklasse könnte sie mit weitem Abstand gewinnen. Das ihre Zeit nicht schlecht war, könnte man daran erkennen, dass sie auch in den beiden jüngeren Altersklasse jeweils als Zweite ins Ziel gekommen wäre.

Das Training

Das ist das eigentliche Problem. In einer Stadt mit 20 Mio Einwohnern, einer fehlenden Outdoor-Sportkultur und nicht zu berechnenden Autofahrern einen Trainingsort für das Rennradtraining zu finden, ist nicht leicht. Unsere kleine Trainingsgruppe hat sich auf den frühen Morgen (oder soll ich besser sagen die späte Nacht) geeinigt. Um 5:30 trifft man sich. In kompletter Rennradmontur mit roten Rücklicht und los geht’s. Im Regelfall werden es 40 km, dann ist man vor dem ganz großen Verkehr wieder zu Hause oder sitzt um 7 im Cafe und trinkt einen Cappuccino. Am Nachmittag oder gar am Tag fahren? Fehlanzeige! Außer, ja außer man möchte Suizid auf dem Rennrad begehen.
Auch mit dem Schwimmen sieht es nicht wesentlich besser aus. In unmittelbarer Nähe gibt es zwar ein Freibad mit einer 50m Bahn, aber zum einen sind die Preise unverschämt und zum anderen hat das Bad nur 3 Monate geöffnet. Der Eintritt kostet umgerechnet ca. 20 € und das Bad hat vor allem während der Sommerferien geöffnet. In dieser Zeit sind wir aber in der Regel nicht in Peking. Nach den Sommerferien, also in der heißen Phase der Triathlonvorbereitung hat das Schwimmbad in der Regel nur noch zwei bis drei Wochen geöffnet. Dann heißt es in den Pool des Apartments zu gehen. Der ist mit einer Länge von knapp unter 20 m nicht wirklich für ein Langstreckentraining geeignet.
Und Laufen? Laufen geht immer. Entweder im Chaoyang Park, dem größten Park in Peking oder entlang der Fahrradwege. Wenn die Luft gut ist, geht Laufen aber immer irgendwo.

Ach ja, das Ergebnis unseres diesjährigen Staffelwettbewerbes fehlt noch. Wir wurden in der Mixed-Staffel Erster und insgesamt Vierter von 35 teilnehmenden Staffeln. Das Ergebnis ist vorrangig meinen Staffelkollegen zu verdanken. Unser Schwimmer kam direkt nach den Profis aus dem Wasser und brachte so viel Vorsprung mit, dass ich sogar nach zwei Stürzen mit einer vergleichweise schlechten Zeit an die Schlussläuferin übergeben konnte.
Und im kommenden Jahr? Sind wir erstmals NICHT dabei. Schade nach vier Jahren!

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