…und jetzt doch ein Smogbericht!

Blick aus der Schule

Endlich ist es soweit! Nach eineinhalb Jahren und dem ein oder anderen heftigen Smogtag entschließe ich mich, einen Bericht über das in den deutschen Medien so beliebte Thema “Smog” zu schreiben. Warum? Weil man angesichts der aktuellen Lage und der Berichterstattung einfach nicht um das Chinathema Nr. 1 herum kommt. Weder in Deutschland, noch hier vor Ort in der chinesischen Hauptstadt.

Von vorne! Das vergangene Jahr 2014 war laut Aussage vieler Kollegen, die schon seit längerem in Peking leben, eines der besten bezüglich Smog und sichtbarer (!) Luftverschmutzung. Ich würde das bestätigen, auch wenn ich natürlich keine Vergleiche zu den zurückliegenden Jahren ziehen kann. Dennoch hatten wir im WinterBlick aus dem Wohnzimmerfenster 2014 sehr, sehr viele schöne Tage, an denen man sich fragte, woher die Luftverschmutzungsberichterstattung überhaupt stammt. Gut, leugnen kann man nicht, dass es hier Tage gibt, an denen man sich fragt, ob ein Leben in einer Stadt mit solch verdreckter Luft überhaupt Sinn macht. Bereits 2014 hatte ich hierzu einen kleinen Beitrag geschrieben und ein Bild eingefügt, das deutlich machte, wie man seine Umgebung mit oder ohne Smog wahrnimmt (vgl. Blogbeitrag vom 08.09.2014).  Auch darf mich nicht verhehlen, dass einer unserer ersten Geschäftsgänge in eine Klink ging, um Masken gegen den Smog für die Familie zu kaufen. Dank einer stündlich aktualisierten App weiß man, wann man sich die Maske beim Gang nach draußen überziehen muss. Ein Leben mit Smog und schlechten Luftwerten gehört also auch irgendwie zum Leben in Peking! Leider!

Und dann kam der November 2015. An fast 10 aufeinanderfolgenden Tagen war der Wert für die Feinstaubbelastung (PM2,5 AQI) über der magischen 250. Die App sagt dann “hazardous” und der entsprechende Wert wird in tiefroter Farbe angezeigt. Über 250 hieß aber leider in den Novembertagen, dass viele Tage ein Wert von 400 und höher angezeigt wurde. Spitzenreiter war der 30. November. Hier zeigte die Messstation einen Wert von über 600 an.  Da bekommt der Satz “aus der Luft gegriffen” ein ganz neue Bedeutung. So dachte sich wohl auch ein chinesischer Performancekünstler, der die Gelegenheit nutzte und aus dem Smog einen Ziegelstein baute, um diesen anschließend auszustellen (vgl. Welt kompakt). Man kann viel über die Chinesen sagen, aber erfinderisch und kreativ sind sie. Zumindest manchmal 😉

Und jetzt? Das ist relativ einfach! Wahrscheinlich aufgrund der Klimakonferenz beschließt die hiesige Stadtregierung das öffentliche Leben lahmzulegen. Heute morgen um 6.30 Uhr Ortszeit erfuhren wir, dass die Schulen drei Tage geschlossen bleiben müssen. Ob das Sinn macht oder nicht, sei dahingestellt. Sind die Schüler der größte Luftverschmutzer?

Ich freue mich auf jeden Fall auf den nächsten Blogbeitrag über irgendeine schöne Reise in Asien 😉

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1 Antwort

  1. 1. September 2016

    […] Blog durchsuche, im Laufe der vergangenen zwei Jahre einige Berichte zum Smog verfasst (siehe hier  oder z.B. auch hier). Die Berichte sind düster, frustrierend und gehören eigentlich in die […]

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