Wanlong- Skifahren in China – 2. Teil

Wanlong? Skifahren? Da war doch was! Richtig, Claudia hatte bereits vor geraumer Zeit einen Bericht (vgl. Beitrag Olympische Winterspiele in Beijing 2022) zu einem der größten Skigebiete im Großraum Peking geschrieben. Sie war vor genau einem Jahr mit Schülern und Lehrern dort und erlebte bereits damals perfekte Pisten umgeben von brauner, trostloser Landschaft.

Diesmal…
…ging es mit Kollegen, Freunden und vielen Kindern in Richtung des Skigebietes. Die Anfahrt über 230 km war, wie immer, ein unkalkulierbares Risiko. Steht man (stundenlang) im Stau, wenn man aus Peking herausfährt oder rollt der Verkehr? Um dieses Riskiko zu minimieren, entschieden wir uns um 4.30 Uhr zu starten. Richtig gelesen, 4.30Uhr in der Nacht. Das bedeutete , dass wir um 4 Uhr die Fahrt zur Schule antreten mussten. Bei minus 20 Grad war dies bereits die erste Herausforderung.
Mit dem Bus, Marke China, ging es dann auf die ca. vierstündige Reise (vgl. Google Maps). Bereits nach kurzer Zeit konnten wir erahnen, was uns erwarten würde: KÄLTE!!! Der Bus bzw. die Scheiben waren nach einer halben Stunde mit einer feinen Eisschicht von innen (!) überzogen und das, obwohl die Heizung auf vollen Touren arbeitete. Ohne Jacke war es kaum auszuhalten.
Gegen 9 Uhr erreichten wir das Resort. Zimmer beziehen, und auf gings in Richtung Piste. Bereits hier war klar, dass Chinesen eines Beherrschen, die Organisation großer Menschenmassen. Zum Ausleihen der Ausrüstung, die im Übrigen einen verdammt hohen Standard hatte, durchläuft man ein perfektes Szenario. Von den Skiern zu den Schuhen, vom Helm zur Piste. Und hier? Anstehen? Ja gibt es! Aber verglichen mit Europa geradezu ein Witz. Alles läuft perfekt und die Wartezeiten am Lift belaufen sich auf maximal 5 Minuten!

Und die Pisten, die Umgebung?
Klar, aus ökologischer Sicht fällt es sehr leicht mit dem erhobenen Zeigefinder nach China zu zeigen und über die skurrile Landschaftgestaltung den Kopf zu schütteln. Wie viel Energie wird hier wohl verbraucht, um die riesigen Pisten zu beschneien? Wie sieht es mit dem Wasser aus, dass in dieser Region aufgrund der geringen Niederschläge sehr knapp ist und das hier vor Ort Nacht für Nacht als künstlich aufbereiteter Schnee auf die Pisten rieselt?  Im Grunde kann man nur den Daumen nach unten richten. Aber sind wir in Europa wirklich schon weiter? Denken wir ökologischer und weitsichtiger? Ich glaube nicht, denn noch in diesem Winter waren wir in Frankreich zum Skifahren. Schon die 1000km Anfahrt in einer unendlich wirkenden Autoschlange verdiente keinen Umweltengel. Schlimmer aber noch die Situation vor Ort. Auf Grund des Schneemangels hatte man hier ebenfalls die Schneekanonen angeschmissen. Leider aber reichte die Ausstattung nicht für perfekte Pisten, sondern lediglich für eine dünne Schneedecke, die jeden Tagen gegen 14 Uhr komplett abgefahren war. Besser?

Und dann war da noch das Wetter…
…oder besser gesagt die Temperatur. Noch nie habe ich eisigere Temperaturen erlebt. Die Nadel stand am frühen Morgen auf minus 27 Grad. Kombiniert mit dem eisigen Wind war es einfach nur kaaaaaalt. Nein, seeeehr kaaalt!

Fazit: Unbedingt wieder!

 

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