Lombok und der Mount Rinjani

...oder wie wir die höchste Müllkippe Lomboks meisterten!

Eins muss vorab klargestellt werden! Der Rundtrip zum höchsten Vulkan Lomboks über den Kraterrand (2750m), herunter zum Kratersee (ca. 2300m) und wieder hinauf zum Kraterrand ist absolut lohnenswert. Die Landschaft ist traumhaft und abwechslungsreich. Man wandert durch Grassteppen, durch dicht bewachsene Wälder mit einer interessanten Flora und Fauna und man muss sich mächtig anstrengen, um die Tagesetappen von ca. 7 Stunden mit zuteils waghalsigen Klettereinlagen zu meistern.  Der ganze Spaß, der mithilfe von einheimischen Trägern und einem lokalen Guide organisiert werden muss (!), lohnt sich. Definitiv…wenn da nicht ein immenses Problem mit dem Müll wäre.

Aber von vorne! Gestartet sind wir in Sembalun und nach ca. dreistündigem Marsch durch Graslandschaften erreichten wir pünktlich zum Dinner das erste Basislager. Schnell war klar, dass wir nicht die einzigen Treckingbegeisterten waren. Und alle wollten zur selben Zeit ihren Mittagstisch einnehmen (Instantnudeln oder Reis!). Eine Plane pro Treckingtrupp wurde ausgebreitet, vorrangig um nicht direkt im Müll sitzen zu müssen. Das ganze Basislager war umsäumt mit Verrpackungen der Instantnudelpakete und den verschmähten Resten der zubereiteten Menüs. Idylle? Fehlanzeige!
Dieses Müllszenario wiederholte sich immer wieder an den eingerichteten Lager- und Rastpunkten. Mülleimer waren, wenn vorhanden nur ein weiterer Schandfleck in der Landschaft. Genutzt wurden sie definitiv nicht. Jeglicher Versuch unsere Träger zu animieren, zumindest den Plastikmüll wieder mitzunehmen, endeten im immer gleichen Szenario: „Yes we will take the empty bottles.“ 10 Minuten später wurden die Flaschen irgendwo den Hang hinuntergeschmissen.

Das nächste Müllhiglight erwartete uns am ersten Übernachtungspunkt, dem ca. 2750m hoch gelegenem Kraterrand. Es liegt in der Natur der Sache, dass ein Kraterrand nicht unbegrenzt Platz bietet. Alles musste also irgendwie untergebracht werden: Übernachtungszelte (es war übrigens scheiße kalt hier oben in der Nacht!), Müll-, und andere menschliche Entsorgungen. Daneben wurde die Küche zum Kochen aufgebaut. Man achtete schon sehr darauf, wo man hintrat, um nicht einen Sechser zu landen! Aber egal, der Blick hinunter zum Kratersee lies die Vorfreude in uns aufsteigen. Blaues Wasser, grüne Uferzonen, eine traumhaft anzublickende Bergidylle, die wir am kommenden Tag erreichen sollten.
Man mag es schon ahnen, aber die Übernachtung am See schockte mich / schockte uns erst richtig. Neben den vielen ausländischen Treckern, waren auch unzählige Einheimische unterwegs, die die Mühen auf sich nahmen, um am See Party zu machen und zu angeln. Das Müll- und Scheißhausproblem potentierte sich also.

Ich weiß nicht, vielleicht gibt es die Begriffe „Nachhaltigkeit“ und „Müllentsorgung“ in der indonesischen Sprache nicht. Schon jetzt ist das Zelten in diesen Müllansammlungen grenzwertig. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie der Berg in 2-3 Jahren aussieht. Vielleicht ist er 2m höher geworden (Vulkan + Müllberg). Eins ist sicher, so kann es nicht weitergehen und jeder der den Berg mit Hilfe der Einheimischen hochläuft, muss sich im Klaren sein, dass er massiv zu der Vermüllung beiträgt. Auch wir waren Bestandteil des Systems!

Lösungen?
1. Nationalparkeintritt erhöhen und mit den Mehreinnahmen Mülltrupps den Berg hochschicken.
2. Jedem Trecker eine Mülltüte in die Hand drücken, die er wieder vollgepackt den Berg runterschleppen muss.
3. Die Bevölkerung aufklären.

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4 Gedanken zu “Lombok und der Mount Rinjani”

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    • Lothar Palm
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